Winner Team

24. Juli 2007 – 12:33:00

Viele Manager wissen wenig über die Dynamik von Teams. Sie konzentrieren sich darauf die einzelnen Menschen zu führen, anstatt sich der Entwicklung von schlagkräftigen Teams anzunehmen. Doch was macht Unternehmen erfolgreich? Im Grunde sind es die Menschen, die in ihren Teams arbeiten. Und diese Menschen prägen die Teams und damit das Unternehmen. Soweit so gut. Was zeichnet nun ein High-Performance Team aus?

  1. Ein erfolgreiches Team weiss sehr genau was seine Aufgabe ist („Which Business are we in?“) und ist sich darüber einig welche Schritte es zu tun gilt, um die Ziele zu erreichen.
  2. Es weiss wohin die Reise geht. Im Gegensatz zu: „Wenn du nicht weisst wohin du gehen willst, ist jeder Weg der Richtige.“
  3. Es teilt und verkörpert die Unternehmenswerte.
  4. Hochleistungsteams lassen Widersprüche zu und setzen sich über offene Diskussionen mit den Chancen und Herausforderungen auseinander. Darüber unterscheiden sie sich von den immer nach Konsens und Harmonie strebenden Teams, die darunter fälschlicherweise „Teamfähigkeit“ verstehen. Im Gegenteil: Gute Teams setzen sich offen mit den Menschen und der Sache auseinander.
  5. Gute Teams werden von Leader Persönlichkeiten geführt. Diese sind besessen von der Vorstellung in ihrem Thema die Besten zu werden, denken aber gleichzeitig nicht ständig über sich und ihre Karriere nach. Sie sorgen dafür, dass die gesamte Teamenergie auf die Aufgabe und vorallem die Kunden fokussiert werden kann. Leader sind radikal, mutig, aktiv und stehen trotzdem mit beiden Füssen fest auf dem Boden.

Effektive Teams brauchen Leadership damit sie sich gut entwickeln können. Dieses Leadership muss aber der jeweiligen Entwicklungsstufe eines Teams angepasst sein. Denn auch Teams haben gleich wie Individuen verschiedene Phasen in ihrer Entwicklung zu durchlaufen. Nur wenn ein Leader seinen Führungsstil dem Reifegrad des Teams anpasst, kann er es erfolgreich führen und entwickeln. Der bekannte amerikanische Autor Ken Blanchard hat die Entwicklungsstufen wie folgt beschrieben:

  1. Orientierung (Orientation): Das Team konstituiert sich. Jeder tastet die neue Situation ab und ist gleichzeitig gespannt was da in Zukunft kommen mag. Das Team ist bereit vorwärts zu gehen und die gemeinsamen Aufgaben anzupacken.
    Führungsstil: In dieser Phase muss der Leader der Gruppe Richtung geben. Der Entscheidungsprozess ist daher eher autoritär.
  2. Ernüchterung (Dissatifaction): Der anfängliche Enthusiasmus macht einer Desillusionierung platz aufgrund der Erkenntnis, dass offenbar nicht alles so rund und einfach funktioniert wie angenommen. Die einzelnen Teammitglieder empfinden die Teamarbeit als mühsam, die Kooperation als schwierig und zeitaufwändig. Stimmen werden wach, die die Umgestaltung des Teams, die Neuverteilung von Aufgaben oder gar die Auflösung der Gruppe fordern.
    Führungsstil: In dieser „Krisensituation“ muss der Vorgesetzte der Gruppe zusammenhalt vermitteln. Er muss Nähe zur Gruppe demonstrieren und sowohl Richtung gebend, wie auch unterstützend tätig sein.
  3. Integration: Das Team überwindet die Ernüchterungsphase und geht daraus als geschlossene Gruppe hervor. In dieser Phase kann der Manager seinen Führungsstil in Richtung eines delegierenden Stils verändern.
  4. Produktion: Die Gruppe bekommt ein harmonischeres Profil und beginnt zu performen. Entscheidungen können mehr und mehr von der Gruppe übernommen werden. Der Leader wirkt unterstützend und coachend.
  5. Beendigung: In der letzten Phase kommt die Gruppe zu einem Ende und beginnt sich aufzulösen. 
Teamentwicklung
 Teamentwicklung nach Ken Blanchard

Der Leader muss diese einzelnen Phasen antizipieren, den Teamzustand richtig einschätzen und entsprechend seinen Führungsstil anpassen können. Andererseits wird ein Team nie richtig funktionieren. Aus eigener (teilweise leidvoller) Erfahrung weiss ich wie fragil ein Teamgefüge sein kann und wie zäh oder aber schnell die einzelnen Phasen durchlaufen werden. Natürlich ist auch das Umfeld und vorallem die Teamzusammensetzung ein Schlüssel für den Teamerfolg. Doch das Wesentliche hat der Leader selber in der Hand. Und oft wissen Manager nicht (und da nehme ich mich nicht aus) weshalb das eine Team perfekte Resultate liefert und das andere einfach nicht zum funktionieren kommt.

Von Tom Buser | Kategorie: Unternehmensentwicklung
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Tom Buser ist Managing Partner bei YukonDaylight und Mitbegründer des Swiss CRM Forum. Mehr Infos, Folien und Fachartikel  
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