Angekommen in der on Demand Welt

19. Januar 2007 – 08:37:00

Als vor einigen Jahren der IT-Konzern IBM nach dem E-Business das "on Demand Zeitalter" verkündete, konnten sich die wenigsten etwas Konkretes darunter vorstellen. Die Branche war nach dem Platzen der hochfliegenden Business-Pläne der Web 1.0 Ära noch immer im Schockzustand und fand keine Muse, sich mit der Entwicklung von praktikablen Angeboten zu beschäftigen, die zu diesem Schlagwort gepasst hätten. Dabei war und ist die Idee simpel und bestechend zugleich und der Begriff hat sich mittlerweile in der IT-Branche zum Standard gemausert.

Er dient als Sammelsurium für all jene Informatik- und Kommunikationsinfrastruktur (ICT) , die ein Unternehmen nicht selber teuer aufbaut, sondern lediglich den exakten Bedarf bezieht und bezahlt. Der Datamonitor hat für die Call Center Technologieanbieter bereits vor zwei Jahren einen signifikanten Trend hin zu Managed Services prognostiziert. Managed Services bedeutet, dass eine Telekommunikationsinfrastruktur durch einen Anbieter aufgebaut und betrieben, jedoch von vielen Abnehmern geteilt genutzt wird. Diese Angebote werden mittlerweile auch von namhaften Anbietern erfolgreich vermarktet (vgl. Contact Center on Demand, ein Produkt von PIDAS und Swisscom Solutions ).

Auch in der Software-Industrie hat man sich konstruktiv mit der "on Demand Welt" auseinandergesetzt und lanciert konkrete und umsetzbare Ideen und Produkte. Wie das Beispiel Software as a Service (SaS) von IBM eindrücklich zeigt. Massig viele Erfolgsstories existieren zwar noch nicht, das Thema wird aber von Big Blue stark beworben und die Software-Anbieter beginnen auf breiter Front ihre herkömmlichen Lizenz- und Business-Modelle zu überarbeiten. Und verschiedene Marktanalysten untermauern das Thema mit prognostizierten jährlichen Wachstumsraten von über 30% bis zum Jahr 2010.

Obwohl es immer noch viele ICT-Abnehmer gibt, die ihre Server lieber im eigenen Rack im Keller und ihre Softwarelizenzen im Büchergestell stehen haben, bin ich der festen Überzeugung, dass wir es mit dem "on Demand Modell" mit einem längerfristigen Trend zu tun haben. Privat nutzen wir das Modell beispielsweise bereits sehr stark. Natürlich kaufe ich mir ab und an aus Nostalgie und aufgrund eines ausgeprägten Sammlertriebs eine Musik-CD. Doch zu 95% kommt meine Musik bei uns zu Hause aus dem PC von iTunes oder Pandora .

Einen anderen passenden Vergleich zum Thema habe ich kürzlich in einem österreichischen Nachrichtenmagazin gelesen. Da wurde der Strommarkt als Vergleich dafür bemüht, was sich zur Zeit in der IT-Branche abspielt: Heute kommt der Strom aus der Steckdose und den allerwenigsten Leuten in der zivilisierten Welt käme es in den Sinn, eigene Stromkraftwerke aufzubauen und diese zu unterhalten. Ganz anders in der IT-Welt. Hier baut sich jeder seine eigene Infrastruktur  auf, obwohl er meist nur einen kleinen Teil davon tatsächlich nutzt.

Die IT-Welt wird sich in den kommenden Jahren jener der heutigen Stromnutzung angleichen. Nachdem die IT-Anbieter in der Krise nach dem Jahrtausendwechsel ihre Hausaufgaben gemacht haben, geniessen sie heute wieder mehr Vertrauen der Kunden. IBM sieht als wichtige Treiber der "on Demand Welt" neben dem Umstand, dass viele Kunden zunehmend positive Erfahrungen mit externen Serviceanbietern machen, auch den Umstand, dass viele Unternehmen im globalen Wettbewerb stehen und somit ständig auf der Suche nach flexiblen und kostengünstigen Lösungen sind. Zudem entwickelt sich das Service-Delivery auf breiter Basis hin zu mehr Standardisierung und daher zu reduzierter Komplexität sowie gemeinsam nutzbaren Infrastrukturen.

Von Tom Buser | Kategorie: IT
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Kommentare

Angekommen in der on Demand Welt

J. Löffler - 18. Januar 2007, 17:27
Gratuliere zum Blog. Einfach und übersichtlich, wesentliche Infos sind leicht zu finden. Das Thema Contact Center on demand verdient mehr Aufmerksamkeit. Habe gerade eine Publikation angeregt.
Gruss JL

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Tom Buser

Tom Buser ist Managing Partner bei YukonDaylight und Mitbegründer des Swiss CRM Forum. Mehr Infos, Folien und Fachartikel  
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