Wohin mit den Kundendaten?

06. Februar 2007 – 18:52:00

Das World Wide Web findet wieder zurück zu seinem sozialen Ursprungscharakter. Nachdem in der sogenannten Ära des Web 1.0 die Unternehmen den Takt und die Inhalte im Internet vorgaben und sich E-Business zum kleinsten gemeinsamen Nenner entwickelte, stellt sich heute mit Web 2.0 eine eigentliche Demokratisierung des Internets ein. Wie Eric Schmidt , Gründer von Google in "Das Magazin " meint:

"Die Richtung ist klar, die das Internet gehen wird. Mehr und mehr liegt die Macht in den Händen der Benutzer."

Diese fundamentale Umwälzung bringt auch eine Veränderung in der Informationshaltung mit sich. Persönlich wünsche mir ab und an sehnlichst den „dummen“ Terminal-PC meiner beruflichen Anfänge zurück, der stabil und schnell lief und mit dem es mir aus jeder Ecke des Unternehmens möglich war auf dieselben redundanzfreien Daten zuzugreifen. Heute arbeite ich mit einem Laptop im Büro, einem zu Hause, einem intelligenten Handy und einem USB-Stick für den Datentransfer. Trotzdem ist es mir nur dann möglich, meine Kunden- und Adressdaten aktuell auf Notebook, Server und Handy zu halten, wenn ich einen Teil meiner Zeit in die Replikation der Daten, die auf diesen Ausgabegeräten gespeichert sind, investiere. Und das kann ja nicht sein. Die Zukunft muss wieder eine klare Trennung zwischen Datenhaltung und Ausgabegerät bringen. Ein bekannter Schweizer Mobilfunkanbieter beschäftigt einen Teil seiner Customer Care Leute nur dafür, den Kunden zu erklären, wie sie ihr Adressbuch vom einen Handy über die SIM-Karte aufs andere Handy übertragen können. Diese Arbeit würde obsolet, läge das Adressbuch eben irgendwo auf einem zentralen Server, der dann vom jeweiligen gerade genutzten Handy oder Festnetztelefon angesteuert wird.

Eric Schmidt sieht das Web als diesen Server. Im Sinne von "das Web ist der Computer" spricht er vom "Wolken-Computing", in der Daten und Anwendungen in der diffusen Atmosphäre des Cyberspace beheimatet sind anstatt in spezifischen Prozessoren und Silikon-Platinen. Wir werden erleben wie die offenen Internetstandards wie IP (Internet-Protokoll) mehr und mehr dominieren. In dem Masse wie die Bandbreiten und die Abdeckung mit WLAN zunimmt, werden die teuren Client-Server-Computerarchitekturen mit ihren proprietären Protokollen verdrängt. Und dann klappts dann auch mit dem einheitlichen Zugriff auf die Kundendaten im Sinne eines Single Point of Information .

Von Tom Buser | Kategorie: IT
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